Die Neugierde an dem Leben der scheuen und versteckt lebenden Waldkatzen führt zu einer neuen Art der Fallenstellerei


Völlig unblutig! Die Tiere werden nämlich im Sonnenwald fotografiert – (noch!) nicht geschossen!


Ende Januar wurden auf einer Fläche von ca. 800 Quadratkilometern, in den Landkreisen Deggendorf, Straubing-Bogen, Cham und Regen 90 automatische Kameras aufgestellt. Mit Hilfe der damit erzielten Fotos werden dann die Luchse anhand ihres typischen und individuellen Fleckenmusters identifiziert, dadurch erhofft man mehr über das Wanderverhalten der scheuen Waldkatze, die im gesamten Bayerischen Wald und wohl auch im Sonnenwald umherstreift, zu erfahren.


Diese Fotofallen stehen an bestimmten Forst- und Wanderwegen zwischen Lalling, Viechtach, Kötzting, Regen, Sankt Englmar und Zwiesel. Um die Luchse dann auch einwandfrei zu erkennen, werden sie beidseitig fotografiert. Wenn dann der Luchs auch anderweitig schon in die Fotofalle getappt ist, lassen sich Rückschlüsse auf die Wanderwege der unauffälligen Waldkatze ziehen.


Die Projektleiter der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Uni Freiburg machen es sich hierbei auch zunutze, dass der Luchs dabei mehr oder weniger von Menschen angelegte Wege für seine Streifzüge frequentiert.


Diese an 45 verschieden Stellen aufgestellten Fotofallen werden dann im Wochen-Rhythmus bis Anfang April ausgewertet und mit neuen Batterien und Filmen versorgt.




Im vergangenen Winter wurden auf diese Art und Weise zwischen Deggendorf und Zwiesel vier verschiedene Luchse „geblitzt“. Die nun verdoppelte Fläche der Kameraüberwachung soll nun einen repräsentativeren Blick auf die Population der scheuen Waldbewohner zwischen Donau und deutsch/tschechischen Grenzgebiet liefern. Luchskater durchstreifen ein Revier von ca. 500 Quadratkilometer, darin befinden sich maximal zwei bis drei Weibchen.


Das „Luchs-Monitoring“, das hauptsächlich im Naturpark Bayerischer Wald durchgeführt wird, bekommt seine finanzielle Unterstützung durch das Bayerische Landesamt für Umwelt. Die Jägerschaft hat ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt…


Informationen und Ergebnisse kann man auf der Seite www.luchsprojekt.de erhalten.


Aktuelles zu Thema Luchs im Bayerwald kann man auf der Seite www.luchserleben.de nachsehen…


u.a. mit monitoring, wie weit diese Katzen so wandern, auch außerhalb des NSG Bayerwald.


Editierung:

Da zwischenzeitlich ein freilebender Luchs, zudem ein Muttertier vorsätzlich getötet wurde, wurde eine Belohnung von 15.000 Euro zur Ergreifung des Täters ausgesetzt. Die Belohnung wurde inzwischen nochmals erhöht und stimmt nicht mehr mit dem Bericht in dem link überein.


Edit:

Die Belohnung zur Ergreifung des Luchsvergifters, wurde Aufgrund privater Spenden, auf mehr als 20.000€ erhöht.


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